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Xerath

Auf einer weit entfernten Welt wurde Renekton als Mitglied einer Rasse tierischer Wächter geboren, die geschaffen wurde, um als Herrscher und Beschützer ihres Volkes zu dienen. An der Seite seines Bruders Nasus Nasus beaufsichtigte Renekton die Unterhaltung der Großen Bibliothek, welche zu gleichen Teilen als Schatzkammer uralten Wissens und Verwahrungsort der Lehren des Kreislaufs von Leben und Tod diente. Während der erleuchtete Nasus die Gelehrten, die hierher kamen, um zu studieren, unterrichtete, hatte Renekton den Posten des Torwächters inne. Er konnte die wahre Natur derer erkennen, die Nasus Lehren suchten, und er wies diejenigen mit dunklen Ambitionen ab. Mit der Zeit allerdings verdarb diese wiederholte Aussetzung des Bösen seinen Verstand. Die Bosheit in den Herzen der Menschen schürte seinen Zorn, und als er immer mehr dem Wahnsinn verfiel, entdeckte er, dass er den Zorn bezwingen könne, indem er das Böse aus den davon besessenen Menschen schnitt. Unglücklicherweise erlosch die Linderung genauso schnell wie das Leben seiner Studienobjekte und der „Zorn des Schlächters“, wie er schon bald genannt wurde, würde erneut und noch stärker entflammen.

Von seinem Groll verschlungen wandte sich Renekton gegen den einzigen, der ihn besiegen konnte: seinen eigenen Bruder. Nasus bat Renekton eindringlich, wieder zur Vernunft zu kommen. Als er realisierte, dass Renekton nicht mehr zu retten war, erschlug der verzweifelte Nasus seinen unberechenbaren Zwilling. Wehrlos wartete Renekton begierig auf die Erlösung durch den Tod. Doch diese kam nie. Er blieb zurück, als die Beschwörer der Liga der Legenden seinen Bruder zu sich riefen. Gefangen im Sog dieses mächtigen Zaubers taumelte Renekton für eine ungewisse Zeit, die ihm wie Jahrhunderte vorkam, zwischen den Realitäten. Als er endlich emporstieg, landete er tief unten in der Kanalisation von Zhaun. Verrückt vor Wut schmachtete Renekton in seiner neu gewonnenen Heimat, von seinem Zorn in den Wahnsinn getrieben. Bis zu dem Augenblick, als er durch Zufall einen bekannten Geruch in der Luft wahrnahm. Im festen Glauben daran, der vertraute Geruch würde ihm den Trost bringen, der langsam aus seiner Erinnerung verblasste, folgte Renekton seinem Bruder bis in die Kriegsakademie.

„„Mein Bruder ist hohl geworden. Voll der Wut und doch leer.“”

Neue Geschichte

Renekton ist ein schrecklicher, zornentbrannter Aufgestiegener aus den sengenden Wüsten von Shurima. Einst war er der angesehenste Krieger seines Reiches, der die shurimanischen Armeen zu zahlreichen Siegen führte. Allerdings wurde Renekton nach dem Fall des Imperiums unter dem Sand begraben, wo er langsam dem Wahnsinn anheim fiel, während die Welt sich weiter drehte und veränderte. Nun hat er seine Freiheit wiedererlangt und nichts weiter im Sinn, als seinen Bruder Nasus zu finden und zu töten, den er in seinem Wahn für die Jahrhunderte in der Dunkelheit verantwortlich hält.

Renekton war für den Kampf geboren. Von Kindheit an war er stets an wilden Handgemengen beteiligt. Er kannte keine Furcht und konnte sich auch gegen viel ältere Kinder behaupten. Oft führte sein Stolz zu diesen Konflikten, denn Renekton konnte sich nie zurücknehmen oder Beleidigungen einfach hinnehmen. Jeden Abend kam er mit frischen Kratzern und blauen Flecken nach Hause, und während dies seinem älteren Bruder Nasus missfiel, dessen Interesse eher Büchern galt, genoss Renekton die Straßenkämpfe richtiggehend.

Nasus war über seinen blutverschmierten jüngeren Bruder regelrecht entsetzt, als er ihn während einem seiner seltenen Besuche nach einer weiteren Auseinandersetzung nach Hause kommen sah. Nasus befürchtete, dass Renektons aggressive Ader ihn ins Gefängnis oder viel zu früh ins Grab bringen würde, und half ihm, sich bei der shurimanischen Armee zum Dienst zu melden. Offiziell war Renekton zu jung dafür, doch der Einfluss seines älteren Bruders ebnete ihm den Weg.

Die Disziplin und Organisation des Militärs waren ein Segen für Renekton. Innerhalb von ein paar Jahren wurde er zu einem von Shurimas gefürchtetsten und fähigsten Kriegshauptmännern, und er kämpfte in einer Vielzahl von Kriegen zur Eroberung und Ausdehnung des Reiches an vorderster Front. Schon bald war er bekannt für seine Wildheit und Zähigkeit, aber auch sein Ehrgefühl und seine Tapferkeit. Nasus wurde ein dekorierter General und die beiden dienten in einigen Kampagnen Seite an Seite. Obwohl sie so verschieden und oft nicht einer Meinung waren, standen sie sich doch stets nahe. Nasus hatte ein Gespür für Strategie, Logistik und Geschichte, während Renekton sich auf dem Schlachtfeld auskannte. Nasus plante die Kriege und Renekton gewann sie.

Nach einer verzweifelten Schlacht in einem der Bergpässe an der shurimanischen Grenze wurde Renekton der Titel „Torwächter von Shurima“ verliehen. Ein Invasionsheer war an der Südküste gelandet und bahnte sich einen Weg auf die isolierte Stadt Zuretta zu. Wenn ihm niemand Einhalt geböte, würde die Stadt dem Erdboden gleichgemacht werden und ihre Bevölkerung dahingeschlachtet. Renekton war mit einem kleinen Kontingent zehn zu eins in der Unterzahl und stellte sich dennoch den Angreifern entgegen, um der Stadt genug Zeit für die Evakuierung zu verschaffen. Niemand erwartete, dass Renekton diesen Kampf überleben, geschweige denn siegreich aus ihm hervorgehen würde. Er hielt den Pass einen Tag und eine Nacht, gerade lang genug, bis ein Unterstützungstrupp unter der Führung von Nasus zu ihm stieß. Kaum eine Handvoll Krieger konnte sich noch auf den Beinen halten und alle waren schwer verletzt, und Renekton wurde zum Helden erklärt.

Er diente Jahrzehnte lang an vorderster Front und verlor nie eine Schlacht. Seine Anwesenheit inspirierte seine Gefolgsleute und lehrte seine Feinde das Fürchten. Er holte sich Sieg um Sieg und manch ein Krieg wurde gewonnen, ohne dass ein einziges Schwert aus der Scheide gezogen wurde, da ihm sein Ruf vorauseilte und feindliche Nationen sich ergaben, sobald sie vernahmen, dass Renekton ein Heer gegen sie führte.

Renekton hatte gerade ein mittleres Alter erreicht und war zu einem grauhaarigen, kriegsvernarbten Veteranen geworden, als er die Kunde erhielt, dass sein Bruder im Sterben lag. Er eilte zurück in die Hauptstadt, wo er Nasus vorfand, der kaum mehr als ein Schatten seiner selbst war. Eine schwere Krankheit raffte ihn dahin und raubte ihm die Kräfte. Es gab kein Heilmittel, ähnlich wie bei dem Fauligen Fluch, der in der Antike ganze Adelsgeschlechter ausgerottet haben sollte.

Trotzdem wurden Nasus’ Leistungen von allen und jeden anerkannt. Er war nicht nur ein hochdekorierter General gewesen, sondern hatte auch die große Bibliothek von Shurima unter seine Fittiche genommen und viele der besten literarischen Werke des Reiches verfasst. Die Priesterschaft verkündete, es sei der Wille der Sonne, dass er das Ritual des Aufstiegs vollzöge.

Die ganze Stadt versammelte sich, um dem heiligen Ritus beizuwohnen, doch die tragische Krankheit hatte ihren Tribut gefordert und Nasus war nicht länger stark genug, um die Stufen zum Altar des Aufstiegs zu erklimmen. Als Zeichen seiner Liebe und Selbstaufopferung nahm Renekton seinen Bruder in die Arme und ging mit ihm die letzten Stufen. Er erwartete, dass die heiligen Energien der Sonnenscheibe ihn selbst dabei vernichten würden. Doch er war bereit dieses Opfer zu bringen, damit sein Bruder weiterleben konnte. Er war schließlich nur ein Krieger, wenn auch ein talentierter, während sein Bruder ein Gelehrter, Denker und General war, der seinesgleichen suchte. Renekton wusste, dass Shurima Nasus in den folgenden Jahren brauchen würde.

Doch Renekton wurde nicht vernichtet. Unter den blendenden Strahlen der Sonnenscheibe stiegen beide Brüder auf und wurden neugeschaffen. Als das Licht schwächer wurde, standen zwei mächtige Aufgestiegene vor den Schaulustigen: Nasus in einem schlanken Körper mit dem Kopf eines Schakals und Renekton in Form eines mächtigen Krokodils. Ihre Gestalten schienen passend gewählt. Der Schakal wurde oft als intelligentestes und gerissenstes aller Tiere angesehen, während die furchtlose Aggression des Krokodils Renekton entsprach. Shurima zeigte sich dankbar, dass diese neuen Halbgötter nun als Wächter des Reiches dienten.

Renekton war bereits zuvor ein mächtiger Kriegsheld gewesen, doch jetzt war er ein Aufgestiegener, der mit Kräften gesegnet war, die das Verständnis von Sterblichen weit übertraf. Er war stärker und schneller als ein gewöhnlicher Mann, und Schmerzen schienen ihm nichts auszumachen. Obwohl Aufgestiegene nicht unsterblich sind, ist ihre Lebenszeit doch beachtlich und sie können Hunderte von Jahren dienen.

Mit Renekton an der Spitze der shurimanischen Armeen wurde das Militär des Imperiums unaufhaltbar. Er war schon immer ein skrupelloser Kommandant und wilder Krieger gewesen, doch seine neue Gestalt verlieh ihm ungeahnte Kräfte. Er führte die Soldaten Shurimas zu vielen blutigen Siegen, wobei er weder Gnade walten ließ, noch welche erwartete. Er wurde bis weit hinter die Grenzen des Imperiums zur Legende und seine Feinde gaben ihm den Namen „Schlächter des Sandes“, einen Titel, den er mit Freuden trug.

Einige glaubten, unter ihnen auch Nasus, dass Renekton im Zuge der Wandlung einen Teil seiner Menschlichkeit eingebüßt hatte. Die Jahre zogen ins Land und er schien immer grausamer zu werden, und Blutvergießen auf unnatürliche Art zu genießen. Man sprach im Flüsterton von den Grausamkeiten, die er im Namen des Krieges verübte. Nichtsdestotrotz war er ein verlässlicher Verteidiger Shurimas und diente einer Reihe von Imperatoren, indem er die Sicherheit und die Überlegenheit Shurimas Jahrhunderte lang sicherstellte.

Unter der Herrschaft von Imperator Azir kam die Kunde, dass ein magisches Flammenwesen seinem arkanen Sarkophag entkommen war, der es in seinem unterirdischen Gefängnis festgehalten hatte. Die Kreatur hatte eine shurimanische Stadt zerstört, bevor es durch die Wüste gen Osten geflohen war. Renekton und sein Bruder Nasus machten sich auf den Weg, um das legendäre Biest wieder einzufangen. In ihrer Abwesenheit strebte der junge Imperator, der von seinem Magier Xerath manipuliert worden war, danach, in die Ränge der Aufgestiegenen aufgenommen zu werden. Das Ergebnis war katastrophal.

Renekton und Nasus waren einen Tagesritt von der Hauptstadt entfernt, doch selbst auf diese Entfernung konnten sie die Schockwelle spüren, die das fehlgeschlagene Ritual des Aufstiegs ausgelöst hatte. Ihnen war sofort klar, dass etwas Schreckliches vorgefallen sein musste, und sie eilten so schnell sie konnten zurück, nur um die prunkvolle Stadt in Trümmern vorzufinden. Azir war zusammen mit den meisten der Stadtbevölkerung getötet worden und die große Sonnenscheibe hatte all ihre Kraft verloren und war im Begriff herabzustürzen.  Im Epizentrum der Zerstörung trafen sie auf Xerath, der nun ein Wesen reiner, bösartiger Macht war.

Die Brüder versuchten Xerath an den magischen Sarkophag zu binden, der die uralte Feuerkreatur in Zaum gehalten hatte. Einen Tag und eine Nacht kämpften sie, doch der Magier war zu mächtig und ließ sich nicht aufhalten. Er ließ den Sarkophag zersplittern und setzte ihnen mit Zaubern zu, die ihre Macht von der Sonnenscheibe bezogen, die während ihrer Auseinandersetzung auf den Boden stürzte.

Renekton wusste, dass er Xerath nicht zerstören konnte, zwang ihn schließlich in das bodenlose Grab der Imperatoren und gebot seinem Bruder, sie auf ewig dort zu versiegeln. Nasus war sich bewusst, dass sie Xerath nicht anders aufhalten konnten, und tat widerstrebend, wie sein Bruder ihn geheißen hatte. Renekton stürzte mit Xerath in die Dunkelheit und Nasus versiegelte für alle Ewigkeit das Grab.

In der Dunkelheit führten Xerath und Renekton ihren Kampf fort. Unzählige Jahre lang maßen sie ihre Kräfte, während die einst so große Zivilisation von Shurima in der Welt über ihnen zu Staub zerfiel. Xerath vergiftete mit geflüsterten Lügen Renektons Verstand und wie die Jahrhunderte vergingen erlag Renekton den vipernhaften Worten und der allgegenwärtigen Dunkelheit. Der Magier machte Renekton glauben, dass Nasus ihn absichtlich weggesperrt hatte, da er auf seinen Erfolg eifersüchtig war und das Privileg des Aufstiegs nicht mit ihm teilen wollte.

Stück für Stück verfiel Renekton dem Wahnsinn. Xerath bearbeitete ihn unnachgiebig weiter, korrumpierte seinen Verstand und verdrehte seine Wahrnehmung von Realität und Einbildung.

Tausende Jahre später wurde das Grab der Imperatoren von der Söldnerin Sivir aufgebrochen und Renekton und Xerath kamen frei. Renekton brüllte vor Zorn auf, polterte in die shurimanische Wüste hinaus und nahm die Fährte seines Bruders auf.

Jetzt durchstreift Renekton auf der Suche nach Nasus, dem angeblichen Verräter, der ihn zum Sterben zurückgelassen hatte, die Wüste. Er kann die Realität nicht wirklich von seinen Wahnvorstellungen trennen und auch wenn er in einigen Momenten durchaus noch der stolze und ehrenvolle Held aus vergangenen Tagen ist, so gebärdet er sich die meiste Zeit wie eine vom Zorn zerfressene Bestie, die nur von ihrem Durst nach Blut und Rache angetrieben wird. WIEDERKEHRENDE DUNKELHEIT Bin ich ein Gott?

Er weiß es nicht länger. Einst vielleicht, als die Sonnenscheibe über dem großen Palast der Zehntausend Säulen wie Gold erstrahlte. Er kann sich daran erinnern, einen faltigen Alten in seinen Armen getragen zu haben und dann von der strahlenden Sonne in den Himmel emporgehoben worden zu sein. Alle Schmerzen und Wunden wurden von ihm gewaschen, als das Licht ihn neu gebar. Wenn dies seine Erinnerungen sind, war er dann einst sterblich? Er denkt schon, aber kann sich nicht erinnern. Seine Gedanken sind wie Wolken aus Dünenfliegen, Unmengen an zersplitterten Erinnerungen, die wütend gegen seinen länglichen Schädel summen.

Was ist real? Was bin ich jetzt?

Dieser Ort, diese Höhle unter den Sanden. Ist er real? Er denkt schon, doch ist er sich nicht länger sicher, ob er seiner Wahrnehmung Glauben schenken kann. So lang er denken kann, kannte er nichts als Dunkelheit; schreckliche, unendliche Dunkelheit, die an ihm hing wie ein Leichentuch. Doch dann brach die Dunkelheit auf und er wurde zurück ins Licht geschleudert. Er erinnert sich daran, wie er sich mit seinen Klauen einen Weg durch den Sand bahnte, als sich die Erde wölbte und nachgab, und der lebende Fels knirschte, als ob etwas lang Begrabenes und Vergessenes sich einmal mehr an die Oberfläche heben wollte.

Turmhohe Statuen stießen aus dem Sand hervor. Ihr Anblick war schrecklich und eindrucksvoll zugleich. Gepanzerte Krieger mit dämonischen Fratzen ragten über ihm, uralte Götter einer längst vergangenen Kultur. Kampflustige Phantome entstiegen den Sanden und er floh vor ihrem Zorn und entkam der sich erhebenden Stadt, während Lichter erstrahlten und die Monde und Sterne über ihm kreisten. Er erinnert sich daran, durch die Wüste getaumelt zu sein. In seinem Geist glühten Visionen von Blut und Verrat, von titanischen Palästen und goldenen Tempeln, die in einem einzigen Augenblick dem Erdboden gleichgemacht worden waren. Jahrhunderte des Fortschritts zunichte gemacht durch die Eitelkeit und den Stolz eines einzigen Mannes. War er dieser Mann? Er weiß es nicht, doch befürchtet er, dass er es gewesen sein könnte.

Das Licht, das einst sein Fleisch erneuert hatte, schmerzte ihn jetzt. Es verbrannte ihn unbarmherzig und versengte seine Seele, während er verloren und alleine durch die Wüste streifte und von einem Hass gequält wurde, den er nicht begreifen konnte. Er hat vor dem unnachgiebigen Licht Schutz gesucht, doch selbst hier in seiner tropfenden Höhle, wo er hockt und weint, hat ihn der Flüsternde gefunden. Der Schatten an den Wänden schlängelt um ihn herum; er murmelt ununterbrochen vor sich hin und ist stets bedacht, seine Bitterkeit zu nähren. Er drückt die langen, knorrigen Hände, die in messerscharfen Krallen enden, an seine Schläfen, doch der beständige Gefährte in der Dunkelheit lässt sich nicht ausblenden. Das lässt er sich nie.

Der Flüsternde erzählt von Schande und Schuld. Er spricht von den Tausenden, die wegen ihm gestorben sind und die aufgrund seines Versagens ihr Leben nicht leben konnten. Ein Teil von ihm hält dies für honigsüße Lügen, verdrehte Geschichten, die oft genug wiederholt wurden und er deswegen die Wahrheit nicht länger von den Lügen unterscheiden kann. Der Flüsternde erinnert ihn daran, wie er weggesperrt wurde, und zeigt ihm den schakalgesichtigen Verräter, der auf auf ihn herabsah und für alle Ewigkeit in den pechschwarzen Abgrund verbannte. Tränen sammeln sich in den Winkeln seiner trüben Augen und er wischt sie sich wütend ab. Der Flüsternde kennt jeden noch so geheimen Pfad in seinen Geist, verdreht jedwede Sicherheit, an die er sich einst klammerte, und jede der Tugenden, die ihn zu dem Helden machten, der wie ein Gott verehrt wurde in ganz … Shurima!

Dieser Name bedeutet ihm etwas, doch er verblasst wie eine schimmernde Fata Morgana, während er im Gefängnis seines Geistes an die Fesseln des Wahnsinns gekettet bleibt. Seine Augen, die früher so klar und stechend waren, haben sich über die Äonen in der endlosen Dunkelheit getrübt. Seine Haut war hart wie gepanzerte Bronze, doch ist jetzt glanzlos und gesprungen. Aus seinen vielen Wunden dringt Staub wie Sand aus dem Stundenglas eines Scharfrichters. Vielleicht stirbt er ja. Er hält das für durchaus plausibel, doch der Gedanke belastet ihn nicht sehr. Er hat ein Zeitalter überdauert und leidet schon zu lange, als dass er die Vernichtung fürchten würde.

Und was noch schlimmer ist: Er ist sich nicht einmal sicher, dass er sterben kann. Er sieht auf die Waffe vor ihm hinab, eine Axt ohne Stiel mit geschwungener Klinge. Sie gehörte einem Kriegerkönig aus Icathia und für einen kurzen Moment flammt die Erinnerung des gesplitterten Griffes auf und wie er die Armee ihres Besitzers zerschlagen hatte. Er weiß noch, dass er sie neufertigte, doch aus welchem Grund bleibt ihm verborgen. Vielleicht wird er sich mit ihr die verhornte Kehle aufschlitzen, nur um zu sehen, was dann passiert. Ob Blut oder Staub herausfließen würde? Nein, er wird nicht hier sterben. Noch nicht. Der Flüsternde sagt ihm, dass das Schicksal noch Pläne mit ihm hat. Er muss noch Blut vergießen und seinen Rachedurst erst noch stillen. Der Schakalgesichtige, der ihn in die Dunkelheit verbannt hatte, kommt ihm in den Sinn und jedes Mal, wenn er an ihn denkt, kocht der Hass über, der sich in sein Herz gefressen hat.

Er blickt die Höhlenwände hinauf und wie sich die Schatten lichten, sieht er die primitiven Malereien von Sterblichen. Uralte, abblätternde Bilder, die so verblichen sind, dass man sie kaum noch wahrnehmen kann, zeugen vom einstigen Ruhm der Wüstenstadt. In ihren mit Säulen bestückten Durchgängen fließt kaltes, klares Wasser und die lebensspendenden Sonnenstrahlen lassen die fruchtbare Landschaft ergrünen. Er sieht einen König mit einem Falkenhelm oben auf einem hochragenden Palast stehen und neben ihm eine in dunkle Roben gekleidete Gestalt. Unter ihnen befinden sich zwei Riesen in Rüstungen, die für den Krieg geschmiedet sind. Eine mächtige, krokodilähnliche Bestie mit einer geschwungenen Axt und ein schakalgesichtiger gelehrter Krieger. In der Reptiliengestalt erkennt er die ehrfürchtige Darstellung seines aufgestiegenen Selbst wieder, die ein Sterblicher angefertigt haben muss. Sein Blick fällt auf den anderen Krieger. Die Zeit hat an den eckigen Schriftzeichen unter dem verblassten Bild genagt, doch noch kann er den Namen seines Verräters ausmachen.

„Nasus …“, sagt er. „Bruder …“

Und mit dem Namen für den Ursprung seiner Qualen kehrt auch seine eigene Identität wieder, wie die Sonne, die durch Gewitterwolken bricht.

„Ich bin Renekton“, zischt er durch die gebogenen Zähne. „Der Schlächter des Sandes.“

Er hebt seine geschwungene Klinge und richtet sich zu seiner vollen Größe auf. Der Staub der Zeitalter fällt von seiner gepanzerten Gestalt ab. Alte Wunden schließen sich, aufgesprungene Haut heilt zusammen und mit einem neuen Sinn im Leben kehrt auch die Farbe wieder in seine geschmeidige, jadegrüne Krokodilhaut zurück. Einst hatte die Sonne ihn wiedergeboren, doch jetzt ist die Dunkelheit seine Verbündete. Neue Stärke strömt durch seinen mächtigen, monströsen Körper, seine Muskeln schwellen an und seine Augen glühen rot vor Hass auf Nasus. Der Flüsternde spricht wieder, doch er schenkt seinen Worten nicht länger Beachtung. Er ballt eine krallenbewehrte Hand zur Faust und tippt mit der Spitze seiner Klinge an das Abbild des schakalgesichtigen Kriegers.

„Du hast mich alleine in der Dunkelheit zurückgelassen, Bruder“, knurrt er. „Dieser Verrat wird dich das Leben kosten.“
„„Blut und Rache.“”

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