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Geschichte

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Die schillernde Kreatur, bekannt als Nasus, kam aus einer fernen Welt, in der er als Teil eines riesigen und gelehrten Reiches diente, zur Liga. Dort war er eine angesehene und erleuchtete Person, die zum Bewahrer der Großen Bibliothek bestimmt wurde. Außerdem entstammt er einem tierhaften Volk, das als Herrscher und Beschützer der normalen Bewohner fungierte. Leider gab es andere seiner Art, die glaubten, sie seien mehr als nur Bewahrer. Sie waren der egoistischen Vorstellung anheimgefallen, sie hätten sich zu Göttern erhoben. In Nasus' Welt lauerte der Krieg hinter jeder Ecke, da diese verblendeten Anderen danach trachteten, die normalen Leute zu versklaven und eine totalitäre Herrschaft zu errichten. Mitten in einer hitzigen Schlacht, als Nasus gerade seinen verräterischen Bruder Renekton Renekton erschlagen wollte, wurde er nach Runeterra gerufen.

Zunächst erbost darüber, dass er hinfortgerissen wurde, als er gerade dabei war, den Feinden seines Volkes einen herben Rückstoß zu versetzen, obsiegte Nasus' hochentwickelter Intellekt, als er die Gnadengesuche der Beschwörer hörte. Er erfuhr, dass es auch Runeterra seine eigene Art der Ungerechtigkeit hatte. Diese Gefahr war nicht weniger bedrohlich als jene, die er zu Hause bekämpft hatte, und man brauchte Champions, um die Menschen dieser Welt zu schützen. Dem Ruf folgend entschied sich Nasus, seinen Platz in der Liga der Legenden einzunehmen, wohlwissend, dass seine Brüder und Schwestern den Kampf in seiner Heimat weiterführen würden. Heute ist er der Bewahrer des Sandes, der sich in den zerfallenden Ruinen der Shurima-Wüste am wohlsten fühlt. Doch erreichten vor kurzem beunruhigende Nachrichten die Ohren des Bewahrers - Gerüchte, sein Bruder wäre nicht zurückgelassen worden. Wäre dies der Fall, würde die Zerstörung Renektons schnell zum Hauptaugenmerk Nasus', bevor auch diese Welt den Gefahren der gespalteten Zunge seines Bruders und dessen unstillbarem Machtstreben ausgesetzt wird.

„Der Bewahrer des Sandes mag zwar ein grüblerischer Zeitgenosse sein, aber mit ihm ist nicht zu spaßen.“

Neue Geschichte

Nasus ist ein beeindruckender, schakalköpfiger Aufgestiegener aus dem alten Shurima, eine Heldengestalt, die von den Wüstenvölkern als Halbgott verehrt wird. Er ist hochintelligent, war ein Wächter des Wissens und ein Stratege, der seinesgleichen sucht und dessen Weisheit das alte shurimanische Reich viele Jahrhunderte lang zu wahrer Größe führte. Nach dem Fall des Reiches ging er in ein selbstauferlegtes Exil, womit er schließlich zu einer Legende wurde. Nun, da die uralte Hauptstadt Shurimas sich erneut erhoben hat, ist er zurückgekehrt und tut alles, was in seiner Macht steht, damit sie niemals wieder untergeht.

Nasus’ Brillanz war schon von Kindheit an ersichtlich, lange bevor er dazu auserwählt wurde, in die Ränge der Aufgestiegenen erhoben zu werden. Da er ein wissbegieriger Schüler war, las er die wichtigsten Schriften über Geschichte, Philosophie und Rhetorik, die sich in der Bibliothek der Sonne fanden, lernte sie auswendig und verfasste kritische Abhandlungen über sie, noch bevor er zehn Sommer alt war. Sein Bruder Renekton teilte seine Leidenschaft für Bücher und kritisches Denken nicht, sondern langweilte sich schnell und maß seine Kräfte lieber in Auseinandersetzungen mit anderen Kindern. Die Brüder standen sich sehr nahe und Nasus hielt immer ein wachsames Auge auf seinen jüngeren Bruder gerichtet, um ihn aus den gröbsten Schwierigkeiten herauszuhalten. Es dauerte nicht lange und Nasus wurde in das exklusive Kollegium der Sonne aufgenommen, so dass er sein Zuhause verlassen und einen Platz an der prestigeträchtigen Akademie einnehmen musste.

Seine Leidenschaft mochte zwar das Streben nach Wissen sein, doch sein Gespür für militärische Strategie und Logistik gewährleisteten, dass er der jüngste General in der Geschichte von Shurima wurde. Er war zwar ein kompetenter Soldat, doch sein Genie lag nicht im Austragen von Schlachten, sondern in ihrer Planung.

Seine strategische Voraussicht wurde legendär. Im Krieg war er dem Feind stets ein Dutzend Schritte voraus, sagte ihre Bewegungen und Reaktionen vorher, und konnte stets den genauen Zeitpunkt für einen Angriff oder Rückzug festlegen. Da er zudem ein zutiefst emphatischer Mann war, der seine Verantwortung sehr ernst nahm, stellte er sicher, dass seine Soldaten immer gut ausgestattet waren, rechtzeitig bezahlt und gerecht behandelt wurden. Ausgelöschtes Leben bereitete ihm große Schmerzen und er weigerte sich oft, sich zur Ruhe zu begeben, bis er Truppenbewegungen und Schlachtaufstellung perfekt ausgeklügelt hatte. Er war bei allen, die in seinen Legionen dienten, beliebt und wurde respektiert, und führte die Armeen Shurimas zu zahllosen Siegen. Sein Bruder Renekton diente oft in den Kriegen an vorderster Front und zusammen erarbeiteten sie sich bald den Ruf, unbesiegbar zu sein.

Trotz seines Erfolges fand Nasus keine Erfüllung im Krieg. Obwohl er seine Bedeutung dafür verstand, den kontinuierlichen Fortschritt des Reiches zu sichern – zumindest vorübergehend – glaubte er fest daran, dass er Shurima viel nützlicher darin war, für die zukünftigen Generationen Wissen zu sammeln.

Auf Nasus’ Drängen hin wurden alle Bücher, Schriftrollen, Lehren und Geschichten der eroberten Kulturen überall im Reich in großen Bibliotheken und Lagern aufbewahrt, von denen die größten seinen Namen trugen. Sein Wissenshunger war nicht egoistischer Natur, er wollte seine Weisheit mit ganz Shurima teilen, um das Verständnis der Welt zu verbessern und das Reich aufzuklären.

Nach Jahrzehnten pflichtbewussten Dienstes befiel Nasus eine schreckliche Krankheit, die ihn dahinzuraffen drohte. Einige sagen, dass er auf Amumu traf, einen schon lange toten kindlichen König, der angeblich mit einem entsetzlichen Fluch belegt war. Andere wiederum, dass er der durchtriebenen Zauberei eines Kultführers aus Icathia zum Opfer fiel. Was auch immer letztendlich der Wahrheit entspricht, der Leibarzt des Imperators erklärte schweren Herzens, dass Nasus unheilbar krank war und innerhalb weniger Wochen den Tod finden würde.

Das Volk von Shurima trauerte, da Nasus sein hellster Stern und bei Groß und Klein beliebt war. Der Imperator selbst bat bei der Priesterschaft um göttliche Eingebung. Nachdem sie einen Tag und eine Nacht mit dem Göttlichen in Kontakt getreten waren, erklärten die Priester, es sei der Wille der Sonnengottheit, dass Nasus die Ehre des Rituals des Aufstiegs zuteilwerde.

Renekton, der mittlerweile ein großer Heerführer geworden war, eilte zurück in die Hauptstadt, um bei seinem Bruder zu sein. Die schreckliche Krankheit war dramatisch fortgeschritten und Nasus war nur noch Haut und Knochen, seine Statur ausgemergelt und seine Knochen wie Glas. Er war so schwach, dass er die letzten Stufen des Altars des Aufstiegs nicht erklimmen und in das Licht treten konnte, als das goldene Licht der Sonnenscheibe auf diesen herabschien.

Renektons Liebe zu seinem Bruder war größer als sein Überlebensinstinkt und er trug Nasus aufopferungsvoll auf den Altar. Er nahm willentlich seine eigene Vernichtung in Kauf, um das Leben von Nasus zu bewahren, und schenkte den Protesten seines Bruders keine Beachtung. Doch entgegen aller Erwartungen wurde Renekton nicht vernichtet. Als das Licht schwächer wurde, standen zwei Aufgestiegene vor ganz Shurima. Beide Brüder waren als würdig erachtet worden und der Imperator selbst fiel auf die Knie, um dem Göttlichen zu danken.

Nasus war nun ein hochgeschossenes, schakalköpfiges Wesen von großer Stärke, in dessen Augen eine bohrende Intelligenz leuchtete, während Renekton in eine muskelbepackte, gigantische Gestalt verwandelt worden war, die einem Krokodil ähnlich sah. Sie nahmen ihren Platz neben den anderen spärlichen aufgestiegenen Wesen von Shurima ein und wurden seine Beschützer.

Renekton war schon immer ein großer Krieger gewesen, doch nun war er unaufhaltbar. Und auch Nasus war mit Kräften ausgestattet worden, die die Vorstellungskraft eines Sterblichen weit übertrafen. Der größte Segen seines Aufstiegs – sein langes Leben, welches es ihm erlaubte, zahllose Lebensalter mit Studien und innerer Einkehr zu verbringen – würde nach dem Fall Shurimas auch sein größter Fluch werden.

Ein Nebeneffekt des Rituals, der Nasus beunruhigte, war die gewachsene Aggression seines Bruders. Während des Höhepunktes der Belagerung von Nashramae, die die uralte Stadt endlich unter shurimanische Herrschaft brachte, wurde Nasus Zeuge davon, wie die siegreichen shurimanischen Soldaten jeden abschlachteten, der ihnen über den Weg lief, und die Stadt in Brand setzten. Renekton zeichnete sich für das Massaker verantwortlich und er war es auch, der die große Bibliothek von Nashramae den Flammen überließ und damit unzählige Schriften zerstörte, bevor Nasus das Feuer eindämmen konnte. Dies war das einzige Mal, dass die Brüder beinahe ihr eigenes Blut vergossen hätten, als sie mit gezogenen Waffen im Zentrum der Stadt einander gegenüberstanden. Unter dem strengen, enttäuschten Blick seines Bruders verschwand Renektons Blutdurst und er wandte sich beschämt ab.

Die folgenden Jahrhunderte lang verwandte Nasus alle seine Kräfte darauf, so viel zu lernen, wie er konnte. Er durchkämmte die Wüste jahrelang auf der Suche nach alten Artefakten und Weisheiten, bis er letztendlich das legendäre Grab der Imperatoren fand, welches unter der shurimanischen Hauptstadt verborgen lag.

Nasus und Renekton waren beide fortgelockt worden, als das Ritual des Aufstiegs von Imperator Azir fehlschlug und der junge Imperator von seinem engsten Berater verraten wurde, dem Magier Xerath. Die Brüder kehrten so schnell wie möglich zurück und kamen doch zu spät. Azir und die Mehrheit der Stadtbevölkerung waren tot. Voller Wut und Trauer bekämpften Nasus und Renekton das bösartige Wesen aus reiner Energie, zu dem Xerath geworden war.

Da sie ihn nicht töten konnten, wollten sie ihn an einen magischen Sarkophag binden, doch selbst dies gelang ihnen nicht. Renekton schnappte sich Xerath, schleppte ihn in das Grab der Imperatoren und gebot Nasus, vielleicht als Sühne für die Geschehnisse von Nashramae Jahre zuvor, das Grab zu versiegeln. Nasus weigerte sich und suchte verzweifelt nach einer Alternative, doch es gab keinen anderen Weg. Schweren Herzens versiegelte er Xerath und seinen Bruder in der unergründlichen Dunkelheit und sperrte sie für alle Ewigkeit ein.

Das shurimanische Imperium fiel in sich zusammen. Von der prächtigen Hauptstadt blieb nichts als Ruinen und die heilige Sonnenscheibe stürzte vom Himmel herab. Xeraths Magie hatte ihre Energie geraubt. Ohne sie vertrockneten die göttlichen Wasser, die aus der Stadt geflossen waren, was Tod und Hunger nach Shurima brachte.

Nasus begann ziellos durch den Sand zu streifen, während er schwer an der Bürde der Schuld trug, seinen Bruder zu ewiger Dunkelheit verdammt zu haben. Nur die Geister der Vergangenheit und seine Trauer leisteten ihm Gesellschaft. Seine melancholische Gestalt stakste durch die ausgestorbenen Städte Shurimas, sah zu, wie sie langsam von der Wüste verschlungen wurden, und beklagte das gefallene Reich und sein verlorenes Volk. Er blieb für sich allein, ein hochgewachsener, einsamer Nomade, auf den der gelegentliche Reisende einen Blick zu erhaschen glaubte, bevor er in einem Sandsturm oder im Dunst der Morgendämmerung verschwand. Die wenigsten schenkten solchen Geschichten Glauben und Nasus wurde zu einer Legende.

Jahrhunderte vergingen und doch vergaß Nasus sein altes Leben und seine Ziele nie, bis eines Tages das Grab der Imperatoren unter dem Sand wiederentdeckt und sein Siegel gebrochen wurde. In diesem Augenblick wusste er, dass Xerath frei war.

Uralte Lebenskraft rührte sich in seiner Brust und wie Shurima sich aus dem Sand erhob, durchquerte Nasus die Wüste und ging auf die neuerstandene Stadt zu. Obwohl er wusste, dass er sich Xerath erneut stellen musste, empfand er zum ersten Mal seit Jahrtausenden auch Hoffnung. Das shurimanische Reich hatte möglicherweise nicht nur die Chance auf einen Neuanfang, sondern er wagte auch zu hoffen, dass er nach so langer Zeit endlich wieder mit seinem geliebten Bruder vereint sein würde. OUROBOROS Nasus war nachts unterwegs, er wollte der Sonne entgehen. Der Junge folgte ihm.

Wie lange folgt er mir schon?

Sonst ergriffen die Sterblichen, die einen Blick auf den monströsen Vagabunden erhaschen konnten, immer die Flucht. Doch der Junge war geblieben. Zusammen woben sie sich einen Weg durch den längst verblichenen Bildteppich, der Shurima einst war. Die selbstauferlegte Einsamkeit nagte an Nasus’ Bewusstsein. Der Wüstenwind heulte um ihre ausgemergelten Körper.

„Nasus, schau, über dem Dünenmeer“, sagte das Kind.

Sterne leiteten die Schritte der beiden über die endlose, ausgedörrte Weite. Der alte Schakal trug nicht länger die Rüstung der Aufgestiegenen. Die goldenen Monumente lagen zusammen mit der Vergangenheit begraben. Nasus gleichte nunmehr einem Einsiedler in abgetragenen Lumpen und kratzte sich sein mattes Fell, bevor er langsam den Kopf hob, um den Nachthimmel zu betrachten.

„Der Pfeifenspieler“, sagte Nasus leise mit kratziger Stimme. „Ein Wechsel steht bevor.“

Nasus legte eine Hand auf die Schulter des kleinen Jungen und sah in sein sonnenverbranntes Gesicht hinab. Er konnte die sanften Züge der Shurima-Blutlinie deutlich erkennen, auch wenn die Reise ihre Spuren hinterlassen hatte.

Wann hast du es dir zur Aufgabe gemacht, dich zu sorgen? Wir werden bald ein Zuhause für dich finden. Zwischen den Ruinen eines ausgelöschten Reiches herumzuwandern ist kein Leben für ein Kind.

Dies war die Natur des Universums. Kurze Augenblicke ergossen sich in die endlosen Zyklen der Existenz. Das verkopfte Philosophieren lastete schwer auf ihm, doch war es mehr als nur ein weiterer Stein in der endlosen Abrechnung selbstauferlegter Schuld. In Wahrheit würde es sich kaum vermeiden lassen, dass der Junge sich veränderte, sollte er weiter folgen. Reue zog auf Nasus’ Stirn auf wie dunkle Gewitterwolken. Sein Gefährte stillte etwas, das tief im Inneren des uralten Helden schlummerte.

„Wir können den Turm des Astrologen vor Morgengrauen erreichen. Aber wir müssen klettern“, sagte der Junge.

****

Der Turm war nahe. Nasus zog sich Handgriff für Handgriff an der Felswand empor. Seine Muskeln erinnerten sich mit solcher Perfektion an die Bewegungen, dass er sich große Freiheiten ließ und mit jeder Positionsänderung den Tod herausforderte. Der Junge kraxelte neben ihm her und nutzte geschickt alle Spalten und Vorsprünge, die er dem abgegriffenen Fels abringen konnte.

Was würde mit seinem unschuldigen Leben geschehen, wenn ich dem Tod nachgebe? Der Gedanke verstörte Nasus.

Nebelschwaden wallten weiter oben durch die Furchen in der Felswand und fädelten sich winzigen Bergpfaden gleich durch die engliegenden Steine. Der Junge wand sich als Erstes das Plateau hinauf. Nasus folgte ihm.

In der Ferne schlug Metall gegen Stein und durch den Dunst waren Stimmen zu vernehmen – sie sprachen einen vertrauten Dialekt. Nasus wurde jäh aus seinen Träumereien gerissen.

Die Quelle am Turm des Astrologen zog dann und wann Nomaden an, doch niemals so kurz vor der Tagundnachtgleiche. Der Junge regte sich nicht, man konnte seine Furcht fast greifen.

„Wo sind die Feuer?“, fragte er.

Das Wiehern eines Pferdes durchdrang die Nacht.

„Wer ist da?“, fragte das Kind. Die Worte rollten durch die Dunkelheit.

Eine Laterne erwachte zum Leben und tauchte eine Gruppe Reiter in ihren Lichtschein. Söldner. Plünderer.

Der Schakal riss die Augen auf.

Er zählte ihrer sieben. Ihre krummen Klingen blieben in ihren Scheiden, doch in ihren Augen blitzten Kampfeslust und Arglist.

„Wo ist der Hüter?“, fragte Nasus.

„Er und seine Frau schlafen schon. Der Abend war kalt und sie haben sich früh zurückgezogen“, anwortete einer der Reiter.

„Mein Name ist Malouf, alter Schakal“, sagte ein anderer Reiter. „Der Imperator hat uns geschickt.“

Nasus tat einen Schritt nach vorne, wobei nur die leichteste Andeutung von Wut über sein Gesicht huschte.

„Ist er auf Anerkennung aus? Dann lasst mich sie ihm geben. In diesem gefallenen Zeitalter gibt es keinen Imperator“, sagte Nasus.

Der Junge trat trotzig nach vorne. Die dunklen Boten wichen vor der Laterne zurück. Lange Schatten verdeckten abwehrende Haltungen.

„Überbringt eure Botschaft und geht“, sagte das Kind.

Malouf stieg ab und trat nach vorne. Seine schwielige Hand griff in die Falten seines Hemds und brachte ein dunkles Amulett mit einer dicken, schwarzen Kette hervor. Die Geometrie des Metalls rief Erinnerungen an Magie und Zerstörung in Nasus’ Geist wach.

„Imperator Xerath schickt euch Gaben. Wir sollen euch zu Diensten sein. Er heißt euch in seiner neuen Hauptstadt in Nerimazeth willkommen.“

Die Worte des Söldners trafen Nasus, wie ein Hammer knirschend mit Glas kollidiert.

Der Junge kniete sich sofort nieder und griff nach einem schweren Stein.

„Stirb!“, schrie der Junge.

„Auf ihn!“, rief Malouf.

Mit einem Ruck schleuderte der Junge den Stein durch die Luft. Am Ende seiner perfekten Flugbahn würde er die Knochen eines Söldners zerbersten lassen.

„Renekton, nicht!“, brüllte Nasus.

Die Reiter gaben ihre halbherzige Täuschung auf. Nasus wusste, dass der Hüter und seine Frau tot waren. Xerath sandte seine Grüße in Form von kaltem Stahl. Die Wahrheit blendete langsam die Illusion aus.

Nasus griff nach dem Jungen. Das Kind löste sich in schattige Fetzen auf, die über den sternenbeschienenen Boden dahinschwanden.

„Leb wohl, Bruder“, flüsterte Nasus.

Xeraths Boten teilten sich auf, ihre Pferde bockten und schnaubten. Der Aufgestiegene war von drei Seiten flankiert. Malouf zögerte nicht, zog sein Schwert und stieß es in Nasus’ Seite. Schmerz wallte durch den Körper des alten Bewahrers. Der Reiter wollte seine Klinge herausziehen, doch vergeblich. Eine klauenähnliche Hand packte die Waffe und ließ sie weiterhin quälend tief im Fleisch des Aufgestiegenen stecken.

„Ihr hättet mich mit meinen Geistern alleine lassen sollen“, zischte Nasus.

Er riss Maloufs Schwert aus seiner Hand und ließ dabei Finger zersplittern und Sehnen reißen.

Dann stürzte sich der Halbgott auf seinen Angreifer. Maloufs Körper knackte unter dem enormen Gewicht des Schakals.

Nasus sprang zum nächsten Reiter und riss ihn aus dem Sattel. Zwei Hiebe ließen Organe zerreißen und die Luft aus den Lungen entweichen. Seine zermalmte Gestalt fiel mit einer leichten Drehung in den Sand hinab, ein Häufchen Elend. Das Pferd wich zurück und galoppierte in die Wüste davon.

„Er ist wahnsinnig!“, keuchte einer der Reiter.

„Nein, nicht mehr“, erwiderte Nasus und näherte sich dem Anführer der Söldner.

Ein merkwürdiger Duft erfüllte die Luft. Er hinterließ eine Spur von toten Blumen, die an lavendelfarbenen Fäden herumwirbelten. Malouf wand sich am Boden, die gebrochenen Finger seiner rechten Hand verdorrten, die Haut eingefallen wie nasses Pergament. Sein Brustkorb fiel in sich zusammen wie eine faulige Stachelfrucht.

Die übrigen Söldner ballten vor Panik ihre Fäuste so fest zusammen, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Nur mit Mühe konnten sie ihre Reittiere unter Kontrolle halten, um den Rückzug anzutreten. Maloufs Körper lag einsam und verlassen im Sand.

Nasus schaute gen Osten in Richtung der Ruinen von Nerimazeth.

„Sagt eurem Imperator, dass seine Zeit sich dem Ende zuneigt.“
„„Was unterging, wird wieder Größe erlangen.“”
— Nasus, der Bewahrer des Sandes

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