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Geschichte

Für jene, die den rauen Meeren Runterras trotzen, ist das Erringen eines eigenen Schiffes und einer eigenen Mannschaft das Ziel aller Wünsche. Sarah Fortune, eine hochangesehene (manche würden sogar sagen legendäre) Kopfgeldjägerin aus Bilgewasser, konnte dieses Ziel schon kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag erreichen. Sie machte damit ein für alle Mal klar, dass genau sie diejenige war, zu der man kommt, wenn man eine Lösung für ganz spezielle Ärgernisse suchte. Keine Kopfgeldjagd war ihr zu schwer oder zu gefährlich für ihren weiblichen Charme und ihren geübten Umgang mit ihren Zwillingspistolen „Schrecken“ und „Ehrfurcht“. Ihr Erfolg gab ihr die Mittel, sich ganz rechtmäßig ihr eigenes Schiff zu kaufen ... mit ein bisschen kokettem Gefeilsche versteht sich. Ganz das Kind der Fortuna war Miss Fortune dann aber doch nicht immer. Als sie jung war, tauchten erste Handelsschiffe am Horizont ihres ruhigen Zuhauses am Nordstrand, dem größten Abschnitt der Insel der Blauen Flamme, auf. Handelsrouten zogen Piraten an und die Einwohner fanden sich allzu schnell im Wahn der Plünderungen gefangen wieder.

Eines Tages kehrte die junge Sarah nach Hause zurück und hörte Schüsse und Geschrei. Die Vordertür war eingetreten; im Inneren sah sie ihre Mutter in einer Lache voller Blut liegen. Ein plötzlicher Hieb an den Kopf ließ sie direkt neben ihrer erschlagenen Mutter zusammenbrechen. Das Letzte, woran sie sich erinnern konnte, waren die roten Augen ihres mit einem Piratentuch vermummten Angreifers. Miss Fortune empfindet tiefes Misstrauen gegenüber Piraten und befindet sich fortlaufend mit dem berüchtigten Gangplank Gangplank (dem einzigen Kapitän, der ihrem Charme widersteht) im Streit darüber, in welche Richtung sich Bilgewasser entwickeln soll. Ihre zwei Ziele: die Einwohner Bilgewassers zu einer starken und unabhängigen Gesellschaft zu vereinen und den Piraten zu finden, der ihre Mutter ermordete. Dafür trat sie der Liga der Legenden als Championesse bei und bietet ihre Fertigkeiten im Tausch gegen Wohlstand und Einfluss an. Beides soll ihr helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Miss Fortune, die Kopfgeldjägerin „Je höher das Risiko, desto höher das Kopfgeld.“ Schönheit und Gefahr: Nur wenige können es da mit Miss Fortune aufnehmen. Sie gehört zu den berüchtigtsten Kopfgeldjägern von Bilgewasser – Ihre Legende fußt auf zerschossenen Leichen und gefangenen Galgenvögeln. Vernimmt man in den stinkenden Kais und den Arbeiterbaracken der Hafenstadt den dröhnenden Widerhall ihrer Zwillingspistolen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass ein weiterer Name vom Kopfgeld-Brett gestrichen werden kann. Wie bei den meisten, die sich in dem gewundenen, salzverkrusteten Labyrinth, das sich Bilgewasser nennt, einen Namen gemacht haben, klebt auch an Miss Fortunes Händen reichlich Blut. Dies war jedoch nicht immer so. Einst kannte man sie als Sarah, die als geliebte Tochter einer angesehenen Waffenschmiedin ein friedliches Leben in einer Werkstatt auf einer abgelegenen Insel führte. Die junge Sarah half ihrer Mutter in der Schmiede, feilte Radschlösser, kalibrierte Abzugsgewichte oder stellte Waffen nach individuellen Wünschen her. Das Talent ihrer Mutter, Feuerwaffen herzustellen, war legendär, und besagte Handfeuerwaffen fand man in den Sammlungen vieler reicher Adeliger. Aber oftmals verlangte es auch von weniger wohlhabenden und finsteren Gestalten nach diesen. Einer, der eine solche Waffe besitzen wollte, war ein aufstrebender Räuber aus Bilgewasser, den man Gangplank nannte. Arrogant und machtbewusst befahl er Sarahs Mutter, ein paar Pistolen herzustellen, wie sie noch kein anderer jemals besessen hatte. Widerwillig ging sie darauf ein und genau ein Jahr später kam Gangplank zurück, um seine Waffen abzuholen. Er trug einen roten Schal, der sein Gesicht maskierte, und hatte nicht vor, die Waffen zu bezahlen – er war gekommen, sie sich mit Gewalt zu nehmen. Bei den Pistolen, die Sarahs Mutter geschmiedet hatte, handelte es sich um Meisterwerke, um Zwillingspistolen von präziser Tödlichkeit und erlesener Schönheit. Zu edel für Seinesgleichen, befand Sarahs Mutter, als sie sah, was für ein roher Pirat aus Gangplank geworden war. Erzürnt riss er die Pistolen an sich und schoss sie mit ihren eigenen Kreationen nieder. Dann richtete er sie auf ihren Ehemann und auf Sarah selbst. Danach zündete er trotzig die Werkstatt an, schleuderte die beiden Pistolen auf den Boden und erklärte, dass, wenn sie zu gut für ihn seien, auch kein anderer bekommen soll. Schmerzerfüllt kam Sarah zu sich, ihr strohblondes Haar befleckt vom Blut ihrer Mutter, Kugeln steckten links und rechts neben ihrem Herzen. Sie schleppte sich aus den brennenden Ruinen ihres Zuhauses, wobei sie die Überreste der beiden zerbrochenen Pistolen an ihre blutende Brust presste. Ihr Körper heilte, aber ihre Gedanken blieben gefangen in der brennenden Werkstatt ihrer Mutter, und keine Seife konnte das leuchtende Rot aus Sarahs Haaren waschen – so will es zumindest die Legende. Wachalbträume und Schreckensnächte quälten sie ewig, aber Sarah ertrug sie, besessen vom übermächtigen Wunsch nach Vergeltung. Sie fügte die Pistolen ihrer Mutter wieder zusammen und sammelte während seines Aufstiegs so viele Informationen wie möglich über den Räuber mit der roten Maske, um sich auf den Tag vorzubereiten, an dem sie ihn töten würde. Als sie per Schiff nach Bilgewasser reiste, tötete Sarah zum ersten Mal, nur Minuten nachdem sie den verzogenen Holzboden des Kais betreten hatte. Es war ein betrunkener Pirat, der eine Gallone von Myrons Dunklem Rum intus hatte und auf den ein Kopfgeld ausgesetzt war. Sarah erschoss ihn in seinem Rausch und schleifte seine Leiche zum Kopfgeld-Brett. Dann riss sie ein Dutzend weiterer Steckbriefe ab. Nach einer Woche waren alle Steckbriefe erledigt, und die Gauner, die das Pech hatten, von Sarah verfolgt zu werden, waren entweder tot oder in Ketten. Schon bald war sie in den Tavernen und Spielhöllen von Bilgewasser gefürchtet, und so wurde sie zu Miss Fortune, um diejenigen, die von ihr gejagt wurden, in Angst zu versetzen und ihre wahre Absicht durch großartige Heldentaten zu verschleiern. Gangplank würde nicht mit ihr rechnen. Sie war für ihn nur eine von vielen Kopfgeldjägern in den überfüllten Straßen von Bilgewasser. In den darauffolgenden Jahren erzählte man sich Geschichten über Miss Fortune in Nah und Fern, eine fantasiereicher als die andere. Sie stahl die Syren von einem Kapitän, der auf die harte Tour lernen musste, dass man seine Finger bei sich behält, sie ertränkte den Anführer der Seidenmesser-Korsaren in einem Fass ihres eigenen Rums und sie schleifte den wahnsinnigen Dirnenschlitzer aus seiner Höhle im Bauch eines halb zerstückelten Leviathans im Schlachterhafen. Gangplank war noch zu mächtig, um ihm direkt gegenüberzutreten, daher verbrachte Miss Fortune die Jahre klugerweise damit, sich einen kleinen, aber loyalen Kader aus Verbündeten und Liebhabern aufzubauen, den sie letztendlich dazu benutzen würde, ihre Dämonen Frieden finden zu lassen. Gangplank nur zu töten wäre Miss Fortune jedoch nicht genug. Ihn aufs Äußerste zu erniedrigen und alles, was ihm etwas bedeutet, zu Asche zu verbrennen – nur das würde die Kopfgeldjägerin mit dem blutroten Haar befriedigen. Und dieser Tag ist endlich gekommen. Miss Fortune hat für den ersten Schachzug gegen Gangplank alles aufs Spiel gesetzt. Intrigen über Intrigen führten dazu, dass die Todesquell am Kai in Flammen aufging und der selbsternannte König von Bilgewasser gestürzt wurde. Und das Beste daran: ganz Bilgewasser wurde Zeuge seines Untergangs. Nun, da Gangplank abgesetzt ist, wetteifern sämtliche Räuberhauptmänner und Bandenanführer in der Hafenstadt um den freigewordenen Posten. Die Schlacht um Bilgewasser hat begonnen. Bilgewassers Weißer Kai verdankt seinen Namen einer Schicht aus Vogeldreck, die von einem bis zum anderen Ende reicht, was man nur an der letzten Ruhestätte für die Toten erwartet. Die Leute hier beerdigten ihre Toten nicht, sondern warfen sie zurück ins Meer. Ein Grab der versunkenen Toten hing in der kalten Tiefe, markiert von Hunderten auf der Wasseroberfläche tanzenden Grabesbojen. Auf einigen standen nur Namen, bei anderen handelte es sich um aufwändig gestaltete Grabtafeln, der Form von sich aufbäumenden Kraken oder drallen Seehuren nachempfunden. Miss Fortune hockte mit übereinandergeschlagenen Beinen am Ende des Kais auf einer leeren Kiste Rauschrum, während ein widerlicher Zigarrenstummel von ihrer Unterlippe hing. In der einen Hand hielt sie einen Atemschlauch, der mit einem halb untergegangenen, im Wasser treibenden Sarg verbunden war. In der anderen hielt sie ein ausgefranstes Seil, das an einem rostigen Flaschenzug hing und an den Sargdeckel gebunden war. Ihre beiden Pistolen waren griffbereit. Das Mondlicht schimmerte sanft durch den Nebel, der vom Meer herüberzog, und ließ die schaumige Wasseroberfläche gelb wie Tabak erscheinen. Krächzende Aasmöwen saßen auf jedem der abgesenkten Dächer am Kai, was immer ein gutes Omen ist. Keiner weiß so gut wie sie, wann es wieder etwas zu Picken gibt. „Na endlich“, flüsterte sie, als ein kahlrasierter Mann in einem Gehrock aus Drachenhaut aus einer engen, schmutzigen Gasse auftauchte. Ein paar scharfzahnige Wanderratten folgten ihm, in der Hoffnung, er könnte betrunken stürzen und so leicht verdientes Futter für sie werden. Der Name des Mannes war Jakmunt Zyglos, einer der Bemalten Brüder. Jeder Korsar, der etwas auf sich hält, ist tätowiert, aber bei Zyglos war jeder Zentimeter verziert mit krallenbewehrten Schlangen, den Namen von Geliebten und einer Auflistung sämtlicher Schiffe, die er versenkt, und aller Männer, die er ermordet hat. Seine Haut war ein regelrechtes Geständnis. Zielstrebig schritt er über den Kai, aber sein argwöhnisches Hin- und Herblicken verriet seine Unsicherheit. Seine Hand umfasste den Knauf eines langen Entermessers mit Haifischzahn-Kante, das tief an seiner Hüfte hing. Auch er hatte eine Feuerwaffe, einen kurzen Stutzen mit spiegelglatten Röhren über die gesamte Länge des Laufs. „Wo ist er?“, fragte Zyglos. „Du hast doch gesagt, du bringst ihn mit.“ „Ist das etwas ein Hex-Stutzen aus Piltover?“, fragte sie, seine Frage ignorierend. „Antworte mir, verdammt noch mal!“ „Du zuerst“, sagte Miss Fortune, während sie das Seil ein wenig weiter über den Flaschenzug laufen ließ, damit der Sarg etwas tiefer sank. „Ich weiß nämlich nicht genau, wie lang dieser Atemschlauch ist, und du möchtest doch nicht, dass deinem Bruder die Luft ausgeht, oder?“ Zyglos holte tief Luft und sie sah, wie seine Anspannung sich löste. „Ja, verdammt. Er stammt aus Piltover“, sagte er, als er seine Waffe zog und sie dann am Abzugbügel ausgestreckt hochhielt. „Ziemlich kostspielig“, sagte Miss Fortune. „Na, du musst es ja wissen“, spottete er. Sie ließ das Seil noch ein Stück weiter gleiten. Luftblasen entstiegen dem sich nun vollständig unter Wasser befindenden Sarg. In augenblicklicher Reue erhob Zyglos seine Hände. „In Ordnung! In Ordnung!“, flehte er. „Er gehört dir. Zieh ihn rauf. Ich bitte dich.“ „Du kommst also brav mit?“ Zyglas brach in verzweifeltes Gelächter aus. „Bleibt mir denn eine andere Wahl?“, fragte er. „Du hast meine Schiffe versenkt und alle meine Männer getötet. Du hast die Meinen ins Armenhaus oder ins Zuchthaus gebracht, und wofür? Eine gestohlene Hex-Waffe? Kopfgeld?“ „Ein bisschen was von beidem, und noch mehr?“ „Was bin ich dir denn wert, Schlampe?“ „Geld? Fünfhundert Silberschlangen.“ „Das ganze Chaos für mickrige fünfhundert Schlangen?“ „Es ist nicht Geld, weswegen du sterben wirst. Sondern die Tatsache, dass du zu Gangplanks Vertrauten gehörst“, sagte Miss Fortune. „Deswegen will ich dich tot sehen.“ „Tot? Moment mal, auf dem Steckbrief steht lebendig!“ „Stimmt, aber ich habe noch nie gerne Anweisungen befolgt“, sagte Miss Fortune, während sie das Seil und den Atemschlauch losließ. Der Sarg stürzte, sprudelnde Blasen hinter sich herziehend, in die Dunkelheit der versunkenen Toten hinab. Zyglos stieß den Namen seines Bruders aus und stürmte auf sie zu, sein gezacktes Schwert ziehend. Sie ließ ihn nahe herankommen, dann zog sie ihre Pistolen und feuerte beide auf ihn ab. Eine Kugel ging durch das Auge, die andere durch das Herz. Miss Fortune spuckte ihre Zigarre ins Meer und blies den Rauch von den Laufmündungen. „Selbstverteidigung“, sagte sie lächelnd, um ihre Lüge einzuüben, die sie den Kopfgeld-Zahlmeistern auftischen würde. „Dieser Verrückte hat mich mit diesem Reißzahn-Schwert angegriffen. Ich hatte keine Wahl.“ Miss Fortune bückte sich, um den Hex-Stutzen aufzuheben. Sie wendete die Waffe in ihren Händen. Zu leicht für ihren Geschmack, aber kunstvoll gefertigt und absolut tödlich. Der Schatten eines Lächelns umwehte ihren Mundwinkel, als sie sich an die Hitze der alten Werkstatt erinnerte, den Geruch des Waffenöls und daran, wie ihre Mutter die Hand auf ihre Schulter legte. Miss Fortune seufzte und dachte schnell an etwas anderes, bevor es unangenehm werden würde. Sie warf die Pistole übers Meer, schickte sie hinab zu den Toten. Das Meer fordert seinen Tribut und sie hatte schließlich nicht gelogen; die Waffe war ein kleines Vermögen wert. Sie stand auf und schlenderte zurück nach Bilgewasser. Ihr war bewusst, dass sie Zyglots Leiche eigentlich auch ins Wasser werfen sollte, aber die Wanderratten und die Aasmöwen müssen ja schließlich auch irgendetwas essen, oder? Und frisches Fleisch war ein seltener Leckerbissen auf dem Weißen Kai.

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