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Kindred OriginalSkin

„”
— Kindred
Region
Volk
Verbundene Champions

Schütze cctip

Kindred
die ewigen Jäger

“Sag mir noch einmal, kleines Lamm, was steht mir zu?“ "Alles, lieber Wolf."

"Eigenständig, doch nie allein, repräsentiert Kindred den Zwillingsgeist des Todes. Die Pfeile des Lamms versprechen all jenen ein schnelles Dahinscheiden, die ihr Schicksal akzeptieren. Der Wolf jagt die, welche vor ihrem Ende davonlaufen, und setzt mit seinem zermalmenden Kiefer einen brutalen Schlussstrich. Auch wenn die Geschichten über Kindreds Wesen in Runeterra variieren, muss jeder Sterbliche das wahre Gesicht seines Todes wählen."


Sage Bearbeiten

Kindred, die ewigen Jäger Bearbeiten

„Sag mir noch einmal, kleines Lamm, was steht uns zu?“

„Alles, lieber Wolf.“

Swirly-Teaser

Einzeln, doch niemals getrennt, repräsentiert Kindred das zweischneidige Schwert des Todes. Der Bogen des Lamms befreit die, die sich ihrem Schicksal fügen, geschwind aus der sterblichen Welt. Der Wolf jagt all jenen hinterher, die versuchen zu fliehen, um ihnen mit seinem zermalmenden Kiefer ein brutales Ende zu bereiten. Es existieren verschiedene Interpretationen von Kindreds Natur in Runeterra, immer jedoch muss jeder Sterbliche das wahre Gesicht seines Todes wählen.

Kindred ist die weiße Umarmung des Nichts, das Zähnefletschen in der Dunkelheit. Hirte und Schlachter, Poet und Einfaltspinsel, Fluch und Segen, sie sind eines und beides. An der Schwelle des Todes ist es der pochende Puls an der Kehle, der Kindred, lauter als jedes Horn, zur Jagd ruft. Steh aufrecht im Angesicht des Silberbogens des Lamms, dann werden dich die Pfeile schnell dahinscheiden lassen. Verweigerst du dich, wird der Wolf dich fröhlich jagen und dir gewaltsam den sicheren Tod bringen.

Seit die Menschen den Tod kennen, schleicht sich Kindred durch Valoran. Es heißt, wenn die letzte Stunde geschlagen hat, entscheidet sich der wahre Demacianer für das Lamm und den Pfeil, die düsteren Gassen von Noxus jedoch sind eher das Revier des Wolfs. Im schneebedeckten Freljord haben manche Krieger das Ritual, vor dem Kampf „den Wolf zu küssen“ und zu geloben, seine Jagd durch das Blut ihrer Feinde zu ehren. In der Stadt Bilgewasser versammelt man sich nach schrecklichen Ereignissen, um die Überlebenden zu feiern und jene zu ehren, die durch Lamm und Wolf den wahren Tod gefunden haben. Wer Kindred verleugnet, verleugnet den natürlichen Lauf der Dinge. Nur kläglich wenige schafften es je, diesen Jägern zu entkommen. Diese perverse Flucht bietet keine Aussicht auf Rettung, denn sie ist nichts als ein wahrgewordener Albtraum. Kindred lauert den im Untod Gefangenen der Schatteninseln auf, denn er weiß, dass ein jeder letzten Endes des Lamms Bogen oder des Wolfs Reißzähnen erliegt.

Die erste dokumentierte Begegnung mit den ewigen Jägern fand man auf zwei uralten Masken dokumentiert, die ein Unbekannter auf die Begräbnisstätten längst vergessener Menschen meißelte. Bis zum heutigen Tag werden Lamm und Wolf immer zusammen dargestellt.

Wald vor lauter Bäumen Bearbeiten

Die Schlacht wurde ihnen wie ein Festmahl aufgetischt. Welch köstliches Leben – so viele zu töten, so viele zu jagen! Der Wolf spurtete durch den Schnee, während das Lamm geschmeidig von Schwertschneide zu Speerspitze tanzte, das blasse Fell unbefleckt vom blutigen Gemetzel.

„Mut und Schmerz herrschen hier, Wolf. Viele sehnen ihr Ende herbei.“ Das Lamm spannte den Bogen und schoss einen schnellen Pfeil der Endgültigkeit ab. Der letzte Atemzug eines Soldaten kam mit erschöpfter Zustimmung, als sein Schild einer schweren Axt nachgab. In seinem Herz steckte ein einzelner weißer, ätherisch schimmernder Pfeil.

„Mut langweilt mich“, knurrte der große schwarze Wolf, als er den Spuren im Schnee folgte. „Der Hunger und die Jagdlust treiben mich an.“ „Nur Geduld“, raunte das Lamm in sein zottiges Ohr. Kaum hatte es dies gesagt, spannte der Wolf auch schon die Schultern an und ging in Lauerstellung.

„Ich rieche Angst“, sagte er mit vor Aufregung zitternder Stimme. Im schmutzigen Schnee sah ein Junker – zu jung für die Schlacht, aber dennoch ein Schwert in der Hand –, dass Kindred alle in diesem Tal dem Tode geweiht hatte. „Ich will das zarte Ding haben. Sieht es uns, Lamm?“ „Das tut es, aber es muss wählen. Will es Futter für den Wolf sein oder entscheidet es sich für mich.“

Der Junker wurde nun angegriffen. Er starrte auf die tosende Welle von Tapferkeit und Verzweiflung, die auf ihn zurollte. Dies würde sein letzter Sonnenaufgang sein. In diesem Augenblick traf der Junge seine Entscheidung. Er würde nicht kampflos gehen. Bis zum letzten Atemzug würde er rennen. Der Wolf schnappte in die Luft und rieb sein Gesicht im Schnee wie ein Welpe. „Aber ja, lieber Wolf.“ Des Lamms Stimme hallte wie eine Reihe zarter Glöckchen. „Beginne deine Jagd.“

Also rannte der Wolf über das Schlachtfeld auf den jungen Mann zu, und sein Heulen schallte wie ein Donner durch das Tal. Sein finsterer Körper huschte über die Überreste der gerade Gefallenen und ihre nutzlosen zerbrochenen Waffen. Der Junker drehte sich um und rannte auf die Wälder zu, bis die dicken schwarzen Baumstämme nur noch verschwommen an ihm vorbeizogen. Er rannte weiter, die eisige Luft schmerzte in seinen Lungen. Er sah sich noch einmal nach seinem Verfolger um, aber er sah nichts als die dunklen Bäume. Die Schatten umhüllten ihn und schlagartig wurde ihm bewusst, dass es keinen Ausweg gab. Es war der schwarze Körper des Wolfs, der überall gleichzeitig war. Die Jagd war zu Ende. Wolf versenkte seine scharfen Zähne im Nacken des Junkers und entriss ihm sein blühendes Leben.

Der Wolf genoss die Schreie des Jungen und das Splittern seiner Knochen. Das Lamm war ihm gefolgt und lachte bei diesem Anblick. Der Wolf drehte sich um und fragte, mehr knurrend als sprechend: „Ist das Musik, Lamm?“ „Für dich ist es das“, antwortete es. „Noch einmal.“ Der Wolf leckte den letzten Lebenstropfen des Jünglings von seinen Reißzähnen. „Ich will noch einmal jagen, kleines Lamm.“ „Es wird immer Opfer geben“, flüsterte es. „Bis zu dem Tag, an dem es nur noch uns geben wird.“ „Wirst du dann vor mir fliehen?“ Das Lamm wandte sich wieder der Schlacht zu. „Ich würde niemals vor dir fliehen, mein lieber Wolf.“

Ein guter Tod Bearbeiten

Magga lag zum vierzehnten Mal im Sterben. Sie hatte in einen verdorbenen Apfel gebissen – schon wieder. Sein faules Fruchtfleisch hatte sie, wie immer, mit Aasschatten infiziert. Die Schauspielerin stellte dar, wie sie in ihren Tod stolperte, und rief ihre letzten Worte, damit alle sie hörten. „Oh, welch wundersamer Traum ist doch das Leben? Erst jetzt – zu spät! – werden mir seine unzähligen Herrlichkeiten bewusst“, lamentierte sie. In einer Wolke aus Rauch und Glitzerpulver erschien Kindred eindrucksvoll auf der Bühne. Wie es Tradition ist, wird er von einem Schauspieler dargestellt, der zwei Masken an seinem Kopf trägt. Er näherte sich Magga, die weiße Maske des Lamms ihr zugewandt. „Horch! Höre ich ein Flehen nach meinem eifrigsten Pfeil? Komm, mein Kind. Lass die Wärme deines Herzens entschwinden, hinein in die kalte Umarmung der Vergessenheit”. Magga weigerte sich, wie sie es schon dreizehn Mal getan hatte. Jede Nuance ihrer Darstellung ward unter ihrem ohrenbetäubenden Geschrei begraben. Auf dieses Stichwort hin wirbelte das Lamm herum und offenbarte so die zweite Maske – die des Wolfs. „Es gibt nichts, was du tun kannst, um dein Ende abzuwenden“, knurrte der Wolf. „Aber ich bin doch nur ein armes, junges Mädchen! Ich bitte dich, erbarme dich meiner herzzerreißenden Schreie.“ Das Publikum war wie verzaubert von der sich entfaltenden Dramaturgie der Orphellum Theatergruppe. Seit die Menschen in den benachbarten Protektoraten von der doppelten Gefahr von Pest und Krieg gebeutelt wurden, waren Todesdramen der letzte Schrei. Denji, der Schauspieler, der Lamm und Wolf verkörperte, beugte sich über die junge Schauspielerin und ließ unbeholfen die hölzerne Reißzähne blitzen. Magga entblößte ihren Hals. Kurz vor dem Biss des Wolfs löste sie eine Vorrichtung aus, die man in den Kragen ihrer Bluse genäht hatte. Rote Stoffbänder sprangen heraus, zur hörbaren Freude des Publikums. Die Leute bekamen, wofür sie bezahlt hatten.

Als die Theatergruppe zurück in ihren Wagen wankte und in Richtung Nadelaue aufbrach, waren keine Sterne am Himmel zu sehen. Stattdessen erstreckte sich ein Wolkenschleier über den Himmel. Nadelaue bot stets ein dankbares Publikum, erklärte Illusian, der Besitzer des Unternehmens und der alleinige Dramaturg, ein um das andere Mal. Er schwankte durch die Gegend, trunken vom Eigenlob – und auch vom Wein, den Parr von den Einwohnern erschwindelt hatte. Zu später Stunde geriet die Truppe in Streit. Tria und Denji griffen ihren Theaterdichter wegen der schlechten Qualität seiner Handlungsstränge an, die stets vorhersehbar strukturiert waren: ein junges Mädchen erlebt Tragisches, der Tod findet das Mädchen, der Tod holt sich das Mädchen. Illusian warf ein, dass eine komplizierte Handlung doch nur von einer guten Todesszene ablenke. Magga, die Jüngste der Truppe, war derselben Meinung wie Tria und Denji, behielt dies aber für sich. Hätte sie sich nicht als blinder Passagier im Wagen der fahrenden Truppe versteckt, wäre sie auf jeden Fall an einem weitaus schlimmeren Ort gelandet. Sie hatte Glück, denn die Theatergruppe hatte mehrere Schauspieler dadurch verloren, dass Illusian die volle künstlerische Kontrolle an sich riss. Aufgrund seiner Haltung, und seiner offensichtlichen Mittelmäßigkeit, gab es viele neue Gesichter in der Truppe. So kam es, dass die Orphellum Theatergruppe beschloss, Magga zu engagieren, um sie in allen Dramen der absehbaren Zukunft sterben zu lassen. Und dafür war sie dankbar. Illusian war immer noch verletzt wegen Denjis und Trias Worten, als er Parr, ihrem Fahrer, das Zeichen gab, anzuhalten und das Lager aufzuschlagen. Der berauschte Autor richtete sein Schlaflager standesgemäß neben den Wagen ein. Dann warf er das übrige Bettzeug in das nagegelegene hohe Gras. „Undankbare Darsteller können in der Wildnis schlafen“, fauchte Illusian, „das wird sie hoffentlich lehren, sich zu benehmen.“ Der Rest der Truppe entfachte ein Lagerfeuer und erzählte einander Geschichten. Denji und Tria waren Arm in Arm eingeschlafen, als sie sich gegenseitig Namensvorschläge für ihr ungeborenes Kind ins Ohr flüsterten. Sie unterhielten sich über den Tag, an dem die Reisegruppe in Jandelle Halt machen würde, einer Stadt, so perfekt und friedlich, dass sie ihr Leben als Vagabunden aufgeben und dort ihr Kind großziehen wollten. Magga rückte näher an das knisternde Feuer, damit das Knacken und Zischen die unangenehmen Zuneigungsbekundungen ihrer Reisekameraden übertönte. Aber sie konnte nicht einschlafen. Magga wälzte sich umher und dachte an die Gesichter des Publikums, wenn das Blut unter ihrem Ausschnitt hervorquillt. Ein hübsches Mädchen, dem die eigene Naivität das Leben kostet, das war alles an theatralischem Glanz, was Illusian zu Stande brachte. Das Publikum gierte jedoch nach dem grausamen Schauspiel. Schließlich erhob sie sich aus ihrem Schlaflager und ging in den Wald, um ihre Gedanken zu ordnen. In tiefster Nacht erreichte Magga einen sanften, grasbewachsenen Hügel, an dessen Fuß Steine aufgestellt worden waren. Sie konnte zwar nicht die Inschriften lesen, doch sie fuhr mit den Fingern die vertraute Form von Kindreds Zwillingsmasken nach. Dies war ein Ort der Toten, eine vor langer Zeit angelegte Grabstätte. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken und ließ sie aufblicken. Sie war nicht allein. Magga wurde schlagartig bewusst, was sie da sah, denn sie hatte ja bereits Nacht für Nacht ein müdes Abbild davon gesehen. Aber der arme Denji konnte nicht ansatzweise so viel Schrecken auslösen, wie Magga in diesem Augenblick verspürte. Vor ihr, auf dem verwitterten Torbogen eines Grabes hatte sich das Lamm höchstpersönlich niedergelassen, daneben das treue Gegenstück, der Wolf. „Ich vernehme ein schlagendes Herz!“, sagte Wolf, seine schwarzen Augen freudig funkelnd. „Kann ich es haben?“ „Vielleicht“, erwiderte das Lamm. „Ich spüre ihre Angst. Sprich, Schönheit. Sag uns deinen Namen.“ „N-Nenn mir zuerst den deinen", stammelte Magga und trat einen Schritt zurück. Ihre langsame Flucht wurde vom schnellen Wolf gestoppt, der beunruhigend nahe hinter ihr auftauchte. Er sprach direkt in ihr Ohr. „Wir haben viele Namen.“ „Im Westen bin ich Ina und er Ani“, sagte Lamm. „Im Osten bin ich Farya und er Wolyo. Ich bin stets das Lamm und er mein Wolf und er ist stets der Wolf und ich sein Lamm.“ Der Wolf richtete sich auf und schnupperte. „Sie spielt ein langweiliges Spiel“, sagte Wolf. „Lasst uns ein neues Spiel spielen, eines mit Jagen, Davonlaufen und Beißen.“ „Sie spielt nicht, lieber Wolf“, sagte das Lamm. „Sie hat vor lauter Angst ihren eigenen Namen vergessen. Er liegt ihr auf der Zunge, aber sie kann ihn nicht aussprechen. Sorge dich nicht, liebes Kind, ich habe deinen Namen gefunden. Wir kennen dich, wie du uns kennst, Magga.”

„B-Bitte“, stotterte Magga. „Heute ist keine gute Nacht zum –“ Des Wolfes große rosa Zunge hing ihm seitlich aus dem Maul, als er begann zu kichern. „Jede Nacht ist eine gute Nacht, um sich auf jemanden zu stürzen“, sagte der Wolf lachend. „Und auch jeder Tag“, sagte Lamm. „Wenn es hell ist, kann man genauer schießen.“ „Diese Nacht ist mondlos!“, rief Magga. Sie wandte an, was Illusian ihr beigebracht hatte – große Gesten, damit man auch in den hinteren Rängen ihre Bewegungen erkennt. „Er ist hinter einer Wolkendecke verborgen, unsichtbar für euch und mich. Ohne den Mond, was wäre wohl das letzte, was ich sehe?“ „Wir sehen den Mond“, erwiderte das Lamm, den legendären Bogen streichelnd. „Er ist immer da.“ „Ich sehe keine Sterne!“, sagte Magga in einem neuen Versuch, dieses Mal mit gemäßigteren Gesten und leiser sprechend. „Keine Menagerie strahlender Diamanten, die im Mitternachtsdunkel glitzern. Kann man sich einen schöneren Anblick wünschen, wenn man auf das Lamm und den Wolf trifft?“ „Dieses Magga-Ding spielt ein neues Spiel“, knurrte Wolf. „Man nennt es ‚Hinhalten‘.“ Der Wolf blieb stehen und drehte seinen Kopf zur Seite. Er richtete seine Schnauze in Maggas Richtung, dann sprach er: „Wollen wir ‚Jage das Magga-Ding und beiß es dann kaputt‘ spielen?“ Der Wolf ließ effektvoll seine Reißzähne zuschnappen. „Fragen wir sie“, erwiderte Lamm. „Magga! Was ist dir lieber, eine Jagd mit dem oder mein Pfeil?“ Magga zitterte jetzt. Ihre Augen versuchten hastig, so viele letzte Einzelheiten der Welt um sie herum einzufangen wie möglich. Kein schlechter Ort zum Dahinscheiden. Es gab Gras. Es gab Bäume. Es gab den uralten Torbogen. Die Luft war vollkommen ruhig. „Des Lamms Pfeil wäre mir lieber“, sagte sie und betrachte die grobe Rinde der Bäume. „Ich werde mir vorstellen, die höchsten Äste zu erklimmen, so wie damals als Kind. Nur dieses Mal werde ich nicht aufhören zu klettern. Fühlt es sich so an, wenn man mit dir geht?“ „Nein“, sagte Lamm, „aber das ist ein schöner Gedanke. Fürchte dich nicht, kleines Mädchen, wir haben einfach unseren Spaß. Du kamst heute Nacht zu uns, nicht wir zu dir.“ „Ich darf das Magga-Ding nicht jagen“, sagte Wolf mit einem Hauch Enttäuschung in der Stimme. „Aber es sind noch andere Dinge in der Nähe. Andere Dinge, die gejagt und gebissen werden wollen. Beeil dich, Lamm. Ich bin hungrig.“ „Erst einmal sollst du wissen, dass uns deine Auftritte gefallen haben. Wir werden sie uns ansehen, bis zu dem Tag, an dem wir uns wiedersehen.“ Der Wolf ging an Magga vorbei und verschwand in den Wäldern. Die finstere Bestie huschte durchs hohe Gras davon. Magga sah dem verwitterten Bogen hinterher. Das Lamm war fort. Die Schauspielerin floh.

Als Magga ins Lager zurückkehrte, fand sie es zerstört vor. Der Wagen, den sie schon beinahe ihr Zuhause nannte, war durchwühlt worden, und nur noch ein schwelendes Gerüst war davon übrig. Kleidungsstücke und zerstörte Requisiten lagen überall im Lager verstreut. Sie fand Denjis Leiche in der Nähe seines Schlafplatzes. Er starb, als er Tria beschützte, deren Leiche hinter ihm lag. Den Blutspuren nach ereilte sie kein schneller Tod. Sie hatten sich zueinander geschleppt, ihre Finger berührten sich in einer letzten Liebkosung vor ihrem Tod. Magga bemerkte, dass Illusian es geschafft hatte, zwei der Räuber zu töten, bevor er zusammen mit Parr im Wagen verkohlte. Das einzige, was unversehrt blieb, waren Denjis Masken von Lamm und Wolf. Magga hob sie auf und hielt sie in ihren Händen. Sie hielt die Maske des Lamms über ihre Augen und hörte die Stimme des Wolfes. „Jage das Magga-Ding.“ Das Mädchen rannte den ganzen Weg nach Nadelaue, ohne ein einziges Mal zurückzublicken. Das Goldene Rund war vollbesetzt mit leuchtenden Augen, die aufgeregt auf den Samtvorhang starrten. Der König saß im Theater, zusammen mit der Königin und seinen Beratern. Alle warteten ungeduldig auf den Beginn der Aufführung. Alle verstummten, als sich der schwarze Vorhang erhob und die Schauspieler erschienen. Magga saß still in der Garderobe unter der Bühne. Sie nahm wahr, wie das Publikum verstummte, während sie sich im Spiegel betrachtete. Das Strahlen ihrer Jugend hatte ihre Augen schon vor Jahren verlassen, und stattdessen durchzog ihr Haar eine lange silberne Strähne. „Madame!“, sagte die Bühnenhelferin. „Ihr habt Euer Kostüm noch gar nicht angelegt.“ „Nein, mein Kind“, sagte Magga. „Ich ziehe mich erst im letzten Moment um.“ „Der letzte Moment ist jetzt“, sagte die junge Bühnenhelferin. Sie hielt die letzten zwei Teile von Maggas Kostüm in den Händen: die Masken von Lamm und Wolf aus ihrer Zeit bei der Orphellum Theatergruppe. „Ich wünsche einen gesegneten Auftritt“, sagte die Bühnenhelferin. Magga machte sich bereit, die Bühne zu betreten. Sie zog die Masken über ihren Kopf. Der alte Schauer vom dunklen Grabhügel lief ihr über den Rücken. Sie genoss ihn – wie jedes Mal. Das Publikum brach in Begeisterung aus, als sie auf die Bühne schwebte, die grazile Bewegungen des Lamms nachahmend. Sie begeisterte die Menge mit ihrer Verkörperung von des Wolfes verspielter Wildheit. Sie, als die personifizierten Todeszwillinge, erlöste ihre Schauspielkollegen von ihrem Leiden, riss es aus ihren Hälsen, bis das Publikum zu tosendem Applaus aufsprang. Es war wahr. Jedes Publikum weiß einen guten Tod zu schätzen. Und den von Magga liebten sie am meisten. Sogar der König und die Königin hatten sich erhoben, um ihre Arbeit zu würdigen. Magga jedoch hörte den Beifall nicht, nahm das jubelnde Publikum nicht wahr. Sie spürte die Bühne unter ihren Füßen nicht, auch nicht die Hände der anderen Mimen bei der Schlussverbeugung. Sie spürte nur einen stechenden Schmerz in der Brust. Als Magga ins Publikum blickte, war jedes Gesicht ein Lamm oder ein Wolf.

Medien Bearbeiten

"Ein guter Tod" Hörspiel

League of Legends - Kindred - Ein Guter Tod14:23

League of Legends - Kindred - Ein Guter Tod

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